Der BH-Blog

Die Größensysteme

Hast du erst einmal deine Größe gefunden, könnte alles so schön sein. Aber nein- denn da gab es ja die Sache mit den Größensytemen. 70G ist eben nicht überall 70G. Ganz nach dem Motto: “Warum einfach, wenns auch umständlich geht?” folgt hier eine Übersicht der wichtigsten Größensysteme.

Deutschland: Das kontinentale System

Das in Deutschland verwendete Größensystem wird meistens als europäisch oder kontinental bezeichnet, um sich vom Britischen System abzugrenzen. Es wird theoretisch gebildet aus der Länge des Unterbrustbandes auf Fünf-Zentimeter-Schritte gerundet, und einem Buchstaben für die Körbchengröße. Zwischen zwei Körbchengrößen liegen theoretisch zwei Zentimeter Unterschied im Brustumfang.

Bis auf das “AA”, welches die Bezeichnung für eine kleinere Größe als “A” ist, folgen die Bezeichnungen strikt dem Alphabet. Je weiter hinten im Alphabet der Buchstabe, desto größer das Körbchen. Achtung, dieser Grundsatzt gilt nur für den Vergleich von BHs mit identischen Bandlängen, siehe dazu auch “Was sind Kreuzgrößen?” !

Es gibt im kontinentalen System keine Doppelbuchstaben. Leider halten sich viele europäische Hersteller nicht an die Größenvorgaben, sodass man häufig bei drei verschiedenen Herstellern fünf verschiedene Größen trägt. Das kontinentale System wird außer in Deutschland zum Beispiel auch in Polen verwandt.

Das französische System

Das französische System funktioniert genau wie das kontinentale, bis auf die Tatsache das aus unerfindlichen Gründen immer eine 15 zur Unterbrustbadlänge addiert wird. Wer in Deutschland gut in eine 60F passt, sollte in Frankreich also nach einer 75F suchen.

Das japanische System

Das Japanische System entspricht weitestgehend dem Kontinentalen. Der Buchstabe wird hier jedoch vor der Bandlänge angegeben. Aus 65H wird H65.

Das britische System

Auch das britische System basiert auf einer Band- und einer Cupgröße. Das gesamte System beruht allerdings nicht auf Zentimetern sondern auf Zoll. Die Bandlängen werden in Zweierschritten gezählt. Da zwei Zoll etwa fünf Zentimetern entsprechen, kann man die britischen Bandlängen relativ gut auf die europäischen übertragen. So entspricht ein kontinentales 55er- Band einem britischen 26er, ein 60er einem 28er, ein 65er einem 30er usw.

Zwischen den Körbchen liegt mit etwa 2,5cm ein etwas größerer Abstand als zwischen den deutschen. Je größer die Körbchen werden, desto stärker unterscheiden sich die Größen trotz gleicher Bezeichnung. Genaugenommen treffen sich die beiden Systeme nur beim “D”. Dieses ist in beiden Systemen gleich groß. Auch bei kleineren Größen als “D” entfernen sich die Größen voneinander.

Die Größen werden im britischen System nicht strikt alphabetisch bezeichnet, sondern auch mit Doppelbuchstaben. Die Reihenfolge lautet generell: AA, A, B, C, D, DD, E, F, FF, G, GG, H, HH, J, JJ, K, KK, L usw. Wichtig hierbei ist, dass es sich bei den Doppelbuchstaben nicht um Zwischengrößen handelt. Es sind ganz normale Größen ohne die die Reihe lückenhaft wäre. Zwischen “D” und “DD” im britischen System liegt sogar ein größerer Abstand als zwischen “D” und “E” im kontinentalen System.

Das britische Größensystem ist aus verschiedenen Gründen praktischer als das kontinentale. Zum einen halten sich die britischen Hersteller besser an die vorgegebenen Normen, zum anderen bietet es auf Grund der Doppelbuchstaben mehr Platz nach oben. Es erleichtert auch das finden einer Kreuzgröße, weil man in den meisten Fällen von einfachem Buchstaben zu einfachem Buchstaben, oder vom Doppelbuchstaben zum Doppelbuchstaben kreuzt.

Das amerikanische System

Das amerikanische System gibt es eigentlich nicht. Bis zum “D” wird weitgehend das britische System verwendet, danach herrscht Chaos. Das liegt unter anderm daran, dass so gut wie keine amerikanischen Firmen D+ BHs herstellen. Ein besonderes Merkmal ist die Resistenz, mit der sich viele amerikanische Firmen gegen die Verwendung von Buchstaben über D sträuben. Teilweise findet man absolut absurde Größenkonstruktionen mit vierfach- oder fünffach-Ds anstelle der Größen FF bzw. H.

Indexgrößen

Da es neben den unterschiedlichen Größen in den unterschiedlichen Ländern auch noch unzählige Firmen toll finden, sich komplett andere Größensysteme auszudenken, hat Bratabase mit den Indexgrößen einen Versuch unternommen, etwas Licht in das Dunkelndes Größendschungels zu bringen. Indexgrößen bestehen aus zwei Zahlen. Die erste Zahl ist die britsche Bandlänge, die zweite die Stelle des betreffendes Buchstabens in der Reihung der Größensysteme. Eine britische 34C wäre im Index-System eine 34:3, eine kontinentale 65G eine 30:7.

Weitere Systeme

Erwähnenswert ist das Größensystem von SugarShape, welches sich direkt aus den gemessenen Brust- und Unterbrustumfängen ableitet. Dieses Verfahren umgeht das Problem, dass viele Frauen BH-Größen mit hohen Buchstaben ablehnen, aus Angst dass etwas mit ihren Körpern falsch sei, wenn sie eine derart ungewöhnliche BH-Größe trügen.

Unter “Wie funktionieren die BH-Größen?” findest du eine ausführlichere Anleitung dazu, wie die kontinentalen Größen funktionieren.

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