Der BH-Blog

Hunkemöller- Hate

Letzte Woche gab es leider keinen Beitrag, weil ich auf dem Rückweg aus dem Urlaub und den ganzen Tag unterwegs war. Jetzt geht es aber wie gewohnt wieder jeden Montag weiter!

Gestern beim Einkaufen lief ich an einer Hunkemöller-Filiale vorbei und musste mich direkt wieder ein bisschen aufregen.

Ich finde es schade, dass es ausgerechnet immer wieder Hunkemöller ist, das in meinen Beiträgen negative Kritik einsteckt. Allerdings scheinen zumindest die Filialen in meiner Umgebung auch regelmäßig ihr Bestes zu geben um mich zu ärgern.

 

 

Im Schaufenster lachten mich diese zwei kopflosen Schaufensterpuppen an- in völlig unpassenden BHs!

Obwohl der BH der linken Puppe im engsten Häkchen geschlossen ist (was bei einem neuen BH schon an sich ein schlechtes Zeichen ist) beschreibt er auf dem Rücken eine leichte Kurve nach oben. Das Unterbrustband ist der Puppe zu weit!

Bei der zweiten Puppe sieht man deutlich das der Steg, also der Mittelteil zwischen den Körbchen absteht und nicht flach am Brustbein anliegt. Die Körbchen sind zu klein.

Was genau daran das Problem ist?

Neben der Tatsache, dass eine Wäschefirma meiner Meinung nach eine gewisse Verantwortung hat ihren Kunden zu vermitteln wie ein gut sitzender BH auszusehen hat, gibt es meiner Meinung nach noch einen weiteren großen Kritikpunkt. Und zwar finde ich die Masche unglaublich nervig, die ich seit längerer Zeit bei Bekleidungsgeschäften beobachte.

Es handelt sich um die weit verbreitete Praktik, Schaufensterpuppen in unpassende (meist zu große) Kleidungsstücke zu stecken und diese meist notdürftig mit ein paar Stecknadeln zu fixieren, weil sie den Puppen vorne und hinten nicht passen.

Was vermitteln die Firmen damit? Das sie nicht glauben, das ihre Kundinnen Körpermaße ähnlich der Puppe haben. Sonst würden die Firmen entsprechend produzieren und den Puppen einfach passende Kleidungsstücke aus ihrem Sortiment anziehen. Dadurch dass alles immer erst aufwendig abgesteckt werden muss signaliesieren die Firmen: “Wir wissen dass kaum eine Frau so aussieht wie die Schaufensterpuppen, desalb führen wir Größen für solche zierlichen/kurvigen Körper erst gar nicht. Gleichzeitig finden wir solche Körper aber so toll, dass wir sie mit unseren Puppen unbedingt als erstrebenswertes Ideal darstellen wollen, obwohl wir wissen das nur sehr wenige Menschen wirklich so aussehen”.

Die Schönheitsideale der Bekleidungsindustrie scheinen extrem einseitig, in fast jedem Geschäft sieht man die selben schmalen, langbeinigen Figuren. Einseitige Ideale führen auf lange Sicht immer dazu, dass Menschen ohne die “idealen” Merkmale irgendwann schlecht fühlen. Diese fragwürdige künstliche Idealbildung unterstützen die Geschäfte mit ihren Praktiken.

Was das ganze noch dämlicher macht:

Keine Schaufensterpuppe könnte bei Hunkemöller einkaufen.

Denn das gibt einfach das Sortiment nicht her. Frauen mit großen Brüsten, schmalen Taillen oder Kleidergrößen unter 34 können davon ein Lied singen.

Zum Beispiel bräuchten mit ziemlicher Sicherheit die meisten der Hunkemöller-Schaufensterpuppen mit ihren zierlichen Körpern 65er- Unterbrustbänder, welche Hunkemöller aber gar nicht führt. Einerseits wird eine zierliche Figur vom von vielen Wäschefirmen propagierten Schönheitsidealen gewünscht, gleichzeitig bieten diese entsprechende Größen aber gar nicht an. Es gibt auch gar nicht wenige normal gebaute Frauen, die nach einer vernünftigen Größenberatung 60er oder 55er Unterbrustbänder tragen sollten, die man noch viel schwerer bekommt, insbesondere in Kombination mit großen Körbchen.

Selbstverständlich ist es teurer, viele verschiedene Größen zu produzieren als wenige “durchschnittliche”. Trotzdem glaube ich, dass es sich lohnen würde. Und auch, dass es die Kunden wesentlich glücklicher machen würde als tonnenweise mehr schlecht als recht passende Lappen.

Und sorry, aber Schaufensterpuppen komplett am Sortiment vorbei sind ein Unding. Entweder mehr Größen oder durchschnittlichere Puppen, bitte.

Was ist deine Meinung dazu? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

 

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