Ein großer und ein kleiner BH neben einem Maßband.

In den meisten deutschen Geschäften findet man BHs mit Bandlängen zwischen 75 und 90 und Körbchen zwischen A und D. Das ist jedoch nur ein Bruchteil der verfügbaren Größen.

Das kleinste und das größte Unterbrustband

Tatsächlich gehen die Unterbrustbandlängen bei 50 los (kann man als 24er- Bänder zum Beispiel bei der Edelmarke Bosom Galore kaufen) und reichen mindestens bis 135 hoch (bekommt man als 56er Band zum Beispiel bei Ewa Michalak).

Die 24 und die 56 sind Bezeichnungen für die Länge des Unterbrustbandes im britischen BH-Größensystem. Wenn du mehr dazu erfahren willst, lies hier weiter.

Das kleinste und das größte Körbchen

Die kleinsten Körbchen kann man bei dainty lady bekommen, dort gibt es BHs in 28AAAA (60AAAA). Das sind fünf Größen kleiner als eine 70A! Das größte Körbchen ist wohl die 46K  (105O) von Jeunique. Das K ist der 15. Buchstabe im britischen BH-Alphabet. Es ist jedoch größer als das deutsche O wäre, da im britischen System ein Zoll statt zwei Zentimetern zwischen den einzelnen Größen liegt.

Es gibt noch eine ganze Menge BHs, die mit höheren Buchstaben bezeichnet sind, weil die Firmen andere Größensysteme verwenden, weil es sich um Maßanfertigungen handelt oder weil der BH ein kürzeres Unterbrustband hat. Wenn zwei BHs gleich große Körbchen, aber unterschiedlich lange Unterbrustbänder haben, hat der BH mit dem kürzeren Band auf Grund der Kreuzgrößen immer den höheren Buchstaben. Es gibt zum Beispiel 38MM (85T)-BHs von Ewa Michalak. Diese sind aber vom Körbchenvolumen her kleiner als die 46K (105O)-Körbchen von Jeunique.

Das deutsche Größenangebot ist schlecht

Leider sind alle diese Marken britisch oder polnisch, man kann sie in Deutschland zwar bestellen aber nur in sehr wenigen Läden anprobieren. Wie du BHs findest, die dir wirklich passen erfährst du im Beitrag “10 Wege zu passenden BHs” .

Zur Orientierung gebe ich hinter den britischen Größen in diesem Artikel eine deutsche Größe an. Achtung, dabei handelt es sich nicht um eine genaue Übersetzung! Ich gebe lediglich den Buchstaben des deutschen BH-Alphabetes an, der an der entsprechenden Stelle des britischen steht, um die britischen Doppelbuchstaben zu übersetzen. Da im britischen System jedoch größere Abstände zwischen den einzelnen Größen liegen als im deutschen, ist die Übersetzung insbesondere der großen Größen auf diese Art sehr ungenau.

Wer trägt denn solche BH-Größen?

Wer zum ersten Mal von BH-Größen mit 50er-Unterbrustbändern oder O-Körbchen hört, wundert sich wahrscheinlich, für welches Geschäft es sich lohnt, solche extremen Größen zu verkaufen.

Da es in diesem Artikel um die größten und kleinsten BHs geht, ist es klar, dass die genannten Größen selten sind. Allerdings sind sie längst nicht so verrückt, wie man sie sich beim ersten Hören vielleicht vorstellt. Dadurch dass sehr viele Frauen irrtümlich BHs in 75B und umliegenden Größen tragen, verschätzen wir uns. Die Abstände zwischen den Größen sind wesentlich kleiner als oft angenommen.

Viele normal gebaute, schlanke Frauen sollten eigentlich Unterbrustbänder unter 70 tragen. Bei kurzen Bändern sind dann auf Grund der Kreuzgrößen automatisch auch die Buchstaben sofort hoch, ich selbst trage zum Beispiel BHs in 55H. Gerade bei jungen Frauen, deren Brustkorb noch nicht ausgewachsen ist, sind 50er Bänder also nicht abwegig.

Und zu kleine Körbchen gehören zu den häufigsten Passformproblemen überhaupt. So kann es gut sein, dass eine 80E-Trägerin in 70J-BHs besser aufgehoben wäre.

Hast du immer noch Fragen zum Thema? Ab damit in die Kommentare!

2 Thoughts to “Welche BH-Größen gibt es? Was ist die größte/kleinste BH-Größe?”

  1. Es war ja schon mal ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, als 2007 der erste BH in Körbchengröße K (UK) auf den Markt kam. Und nachdem gleich im ersten Monat über 10.000 Stück verkauft wurden, hat man gleich mit Cup KK nachgelegt. Heute ist man in der britischen Skala immerhin bei Cup L angekommen, was aber bei Weitem nicht ausreicht.

    Ich kann es nicht verstehen, warum sich selbst britische Hersteller mit größeren Cups noch immer so zurückhalten. Natürlich ist es richtig, daß viele Frauen Angst vor großen Buchstaben haben und so die größeren Cups in den Regalen liegen bleiben, bzw. online nicht bestellt werden. Aber für die Kundinnen, die sich in einem Fachgeschäft beraten lassen, gilt das ja nicht. Im Gegenteil. Die sind froh, wenn sie (endlich) mit einem passenden BH den Laden verlassen, ganz egal welcher Buchstabe auf dem Etikett steht.

    Aber was niemand herstellt, kann man nicht verkaufen. Denn wenn das Größenlimit der Hersteller erreicht ist, nützt auch eine Beratung nicht viel, wenn die Kundin einen größeren Cup benötigt. Man hat zwar dann noch einen gewissen Spielraum, bei Kreuzgrößen das Unterbrustband zu kürzen, aber auch das hat Grenzen und ist keine wirklich optimale Lösung.

    Einen Schlag ins Gesicht finde ich es dann, wenn unter diesen gegebenen Umständen ein junges Unternehmen wie SugarShape damit wirbt, endlich passende BHs für jede Frau anzubieten, dann aber mit nur 60 Größen aufwartet und bei Cup G aufhört, obwohl man schon vor 20 Jahren BHs bis Cup J bekommen hat – sogar in Deutschland.

    Aber die Probleme fangen ja schon bei normaler Kleidung an. Denn da, wo man z.B. in Großbritannien oder den USA für verschiedenste Figurtypen und die kurvigsten Proportionen unterschiedliche Größenlinien hat, darf man in Deutschland zwar von super dünn bis super dick sein – aber wehe man hat irgendwo Kurven, die in keiner DIN-Norm stehen.

    1. Danke für deinen Kommentar! Ich sehe es auch so, dass das das Größenangebot nach wie vor zu klein ist. Gleichzeitig verstehe ich das Dilemma der BH-Passformstudios. Gerade in Deutschland handelt es sich ja häufig um ganz kleine, unabhängige Läden die sich vor allem über immer wiederkehrende Stammkundinen finanzieren. Gerade weil Neugründungen im BH-Beratungsbereich so wahnsinning kapitalintensiv sind, ist es für diese natürlich ein großes Problem, wenn teure BHs in relativ seltenen Größen im Regal bleiben.

      Deswegen habe ich auch Verständnis für z.B. Sugarshape, wobei ich darauf hoffe, dass sie ihr Versprechen, ihren Größenbereich nach und nach auszuweiten, halten. Vielleicht könnten ja Modelle funktionieren, bei denen Passformstudios sich ausschließlich auf ein breites Angebot bei Größe und Passform der BHs konzentrieren und dafür Abstriche bei z. B. der Farbauswahl machen.

      Ich glaube, das Kleidungsproblem kennen hier auch viele gut. Den Tabellen nach bräuchte ich für meine Brüste Größe 34, meine Taille 32 und meine Hüften 36, ich nähe grundsätzlich alle meine Oberteile ab. Vielleicht ist es in Abetracht des Brexits Zeit, letzte Sammelbestellungen bei Pepperberry& CO. aufzugeben. Da gibt es in Deutschland auf jeden Fall Aufhohlbedarf und jede Menge Potential für mutige Gründerinnen!

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